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Elektronik. Mikrocontroller. Robotik.

STM32F4Discovery

Da ich die letzten beiden Tage intensiv an meinem Platinendesign für mein Servocontrol-Board, das in meinen selbstentwickelnden Servos zum Einsatz kommen wird, beschäftigt habe, kam nochmal die Frage auf, ob der Atmega32M1 Chip wirklich der geeignetste Mikrocontroller für diese Aufgabe ist. Nach längerer Suche stieß ich auf den STM32F415RG-Chip von STMicroelectronics, der insgesamt nur 3mm größer ist als der Atmega32M1, jedoch mit einem Takt von 168MHz und 1MB Flash, um nur ein paar Unterschiede zu nennen,  ausgestattet ist. Nach längerem Durchstöbern der Datenblätter dieses Chips kam ich zu dem Entschluss, dass die minimal größeren Maße des Chips vertretbar sind, er aber sonst viel mehr Vorteile bringt, da er mit seinem großen Flash-Speicher, Floting Point Unit und 168MHz genügend Leistungsreserven bereitstellt, um auch komplexere Steuerungen damit zu realisieren. Ein weiterer großer Vorteil dieses Chips besteht darin, dass er ab Werk mit einem eingebauten Bootloader ausgeliefert wird, der per USART, CAN oder USB neu Daten bereitgestellt bekommen kann und so auf zusätzliche Hardware verzichtet werden kann. Doch auf Datenblättern hört sich meist alles gut an, weshalb ich direkt nach einem kleinen Board mit diesem Chip gesucht habe, um diesen näher zu testen, bevor ich ihn in mein Design für die Servocontrol-Platine übernehme. Fündig wurde ich bei der Firma Farnell, die das STM32F4Discovery Board für 15 Euro im Sortiment hat.

Das Board verfügt über den STM32F407 Chip, der gleich dem STM32F415RG Chip ist, jedoch noch ein paar andere Funktionen mitbringt.

Auf dem Board befinden sich zusätzlich:

  • ST-LINK/V2 ( embedded debug tool)
  • digitaler Beschleunigungssensor
  • Mikrofon
  • Audio DAC mit integriertem Class D Verstärker
  • LEDs / Taster
  • USB OTG Connector

Dieses Board konnte ich dann nach einem Tag Wartezeit heute in Empfang nehmen und direkt anfangen zu testen, ob ich den geplanten Atmega32M1 wirklich durch den STM32F415RG ersetze. Ein kleiner Wermutstropfen gab es dann doch, da STMicroelectronics nur kommerzielle oder auf Windows basierende Entwicklungstools bereitstellt, was mich als Linux-Jünger ein bisschen enttäuschte, jedoch kein großes Problem darstellen sollte. Nach einer weiteren Stunde auf der Suche nach geeigneter Software und Installation verschiedener Tools, konnte ich ohne weitere Problem eine vollständig nutzbare und auf Open-Source basierende Entwicklungsumgebung für das STM32F4Discovery unter Linux (sollte auch für MAC nutzbar sein) verbuchen. Nun kann es mit dem Testen beginnen.

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